Ich habe mit Interesse die Beschreibung des erweiterten Service-Updates R3 gelesen. Dort wird offen kommuniziert, dass SIQUANDO Web nach rund 25 Jahren das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat. Gleichzeitig wird das Update als Möglichkeit beworben, die bestehende Software dank PHP-8.3-Kompatibilität und SMTP-Unterstützung weiterhin mit gutem Gewissen einzusetzen.
Soweit durchaus nachvollziehbar.
Wenn ich allerdings parallel die Diskussion zum Widerrufsbutton im Shop-11-Bereich lese, komme ich ins Grübeln. Dort findet sich der Hinweis (von Thomas), dass dieses Update möglicherweise eines der letzten größeren Updates für die klassische Produktlinie sein könnte. Sollte das tatsächlich so sein, müsste sich aus meiner Sicht jeder Web- oder Shop-Anwender die Frage stellen, ob er heute noch einmal in eine Software investieren sollte, deren Hersteller gleichzeitig den Umstieg auf eine neue Produktgeneration empfiehlt.
Natürlich ist auch ein Wechsel auf Pro Web oder Pro Shop nicht mit einem einfachen Mausklick erledigt. Selbst mit Konverter bedeutet ein Plattformwechsel in der Praxis Nacharbeit, Tests, Zeitaufwand und gelegentlich den einen oder anderen Nervenzusammenbruch im Miniaturformat.
Gerade deshalb frage ich mich: Wenn eine Migration ohnehin irgendwann ansteht, wäre dann nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?
Aus meiner persönlichen Sicht wirkt das Service-Update R3 ein wenig wie die Generalüberholung eines treuen Oldtimers. Neue Reifen, frischer Lack, moderne Elektronik – alles sinnvoll und sicherlich wertvoll. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob man damit noch viele Jahre weiterfahren möchte oder ob das Nachfolgemodell bereits auf dem Hof steht und nur noch auf die Zulassung wartet.
Bevor Missverständnisse entstehen: Das ist ausdrücklich keine Kritik an der Qualität des Updates. Im Gegenteil – die technische Anpassung an aktuelle Serverumgebungen dürfte für viele Anwender hilfreich und notwendig sein. Ich frage mich lediglich, ob die Investition in eine offiziell auslaufende Plattform für jeden Anwender noch die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung ist.
Für mich persönlich wäre vermutlich genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, den größeren Schritt zu gehen und direkt auf die neue Generation umzusteigen. Nicht weil das Alte schlecht wäre, sondern weil ich ungern zweimal für denselben Wegweiser bezahle, wenn das Ziel ohnehin bereits feststeht.
Aber vielleicht sehe ich das auch zu pragmatisch.
Letztlich muss das aber jeder Anwender für sich selbst entscheiden. Die Anforderungen, die bestehenden Projekte, der Zeitaufwand für eine Migration und natürlich auch die Kosten sind von Fall zu Fall unterschiedlich.
Da ich den Umstieg auf die neue Generation bereits hinter mir habe, betrachte ich das Ganze heute vielleicht etwas entspannter. Gerade deshalb würde ich persönlich eher in eine Plattform investieren, die ihre Zukunft noch vor sich hat, als in eine, deren Hersteller ihr bereits den wohlverdienten Ruhestand in Aussicht stellt.
Aber vielleicht bin ich da zu pragmatisch. Manch einer pflegt schließlich auch seinen Oldtimer mit großer Leidenschaft – selbst wenn der Hersteller längst nur noch Prospekte für das Nachfolgemodell verteilt.
viele Grüsse René