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Gedanken eines langjährigen Siquando-Kunden und heutigen ProShop-Anwenders über Updates, Support, technische und gesetzliche Anforderungen – und darüber, warum das Forum manchmal mehr hilft als der Hersteller.

Nachdem ich nun schon einige Zeit Teil dieses Forums sein darf und die Diskussionen hier aufmerksam verfolge, möchte ich meinen persönlichen Eindruck als langjähriger Siquando-Kunde einmal zusammenfassen.

Ich mache das bewusst im Off-Topic-Bereich, weil ich andere Themen und Beiträge nicht dazu missbrauchen möchte, meine persönliche Meinung unterzubringen.

Vorweg, damit kein falscher Eindruck entsteht:

Ich bin inzwischen selbst ProShop-Anwender.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich hier im Forum darauf hingewiesen habe, dass man sich meiner Meinung nach langsam von der Classic-Version abnabeln sollte. Mein persönlicher Eindruck ist jedenfalls, dass Siquando seine Zukunft eher im Pro-Bereich sieht.

Ich habe Siquando über viele Jahre begleitet, praktisch regelmässig auf neue Versionen aktualisiert und dafür entsprechend auch einige Euros ausgegeben.

Das habe ich freiwillig gemacht, weil ich davon ausgegangen bin, mit neuen Versionen nicht nur eine neue Versionsnummer, sondern auch Weiterentwicklung, Pflege und einen vernünftigen Support zu erhalten.

Vielleicht war genau diese Erwartung mein erster Bedienungsfehler.

Wenn man betrachtet, was beispielsweise von Web/Shop 11 zu Web/Shop 12 tatsächlich hinzugekommen ist, darf man sich meines Erachtens durchaus fragen, ob einiges davon nicht ebenso als Erweiterung oder Update für Version 11 hätte angeboten werden können.

Aber gut:

Eine neue Versionsnummer macht sich auf einer Rechnung vermutlich einfach besser als „Wir haben da noch etwas ergänzt“.

Classic – ein Abschied auf Raten?

Ich habe bereits vor längerer Zeit hier im Forum angemerkt, dass ich bei der Classic-Linie persönlich kaum noch eine Zukunft sehe.

Wie offenbar auch einige andere User habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Schwerpunkt inzwischen deutlich auf Pro liegt und die klassische Produktlinie immer weniger Bedeutung hat.

Das ist zunächst einmal eine unternehmerische Entscheidung und völlig legitim. Ein Softwarehersteller darf selbstverständlich entscheiden, welche Produkte er weiterentwickelt und welche irgendwann eingestellt oder nur noch eingeschränkt gepflegt werden.

Ich denke allerdings, dass sich langjährige Kunden eine etwas deutlichere und offenere Kommunikation darüber gewünscht hätten.

Denn auch Kunden können mit Veränderungen umgehen.

Man müsste ihnen nur gelegentlich sagen, dass es eine gibt.

Und dann meldet ein User: Host Europe stellt auf MySQL 8.4 um …

Und jetzt kam im Forum noch ein weiteres interessantes Thema auf.

Host Europe kündigt die Umstellung seiner Datenbanken auf MySQL 8.4 ab dem 12.10.2026 an und empfiehlt seinen Kunden ausdrücklich, die eingesetzten Anwendungen vorher auf Kompatibilität zu überprüfen.

Als mögliche Folgen inkompatibler oder veralteter Software werden unter anderem genannt:

  • Datenbankfehler auf der Webseite
  • kein funktionierender Login mehr ins CMS bzw. Backend
  • Shop-Bestellungen können möglicherweise nicht mehr verarbeitet werden

Ob Host Europe der einzige Provider ist, bei dem eine solche Umstellung ansteht, weiss ich nicht.

Aber spätestens beim letzten Punkt wird ein Shopbetreiber naturgemäss etwas aufmerksamer.

Nun bin ich Anwender und kein Softwareentwickler.

Als normaler Anwender sehe ich mich jedenfalls kaum in der Lage, selbst festzustellen, ob Siquando Shop 12 R3 technisch vollständig mit MySQL 8.4 kompatibel ist.

Also hat der betreffende User beim Hersteller nachgefragt, ob durch diese Umstellung Probleme entstehen könnten.

Sinngemäss erhielt er die Auskunft, dass Provider MySQL-Updates normalerweise regelmässig durchführen würden. Da Host Europe dieses Update ausdrücklich ankündige, solle man hellhörig werden, die Projekte rund um den Umstellungstermin beobachten und bei auftretenden Problemen einen neuen Supportfall eröffnen.

Das ist natürlich auch eine Testmethode.

Man wartet einfach auf die Umstellung und schaut, was danach noch lebt.

Und genau da komme ich etwas ins Grübeln.

Shop 12 R3 wird am heutigen 18.09.2026 weiterhin als aktuelle Version verkauft.

Da hätte ich als Kunde eigentlich nur eine ziemlich unspektakuläre Frage:

Ist Shop 12 R3 mit MySQL 8.4 kompatibel – ja oder nein?

Mehr möchte ich gar nicht wissen.

Stattdessen soll man offenbar den Umstellungstermin abwarten, den produktiven Shop beobachten und – falls danach Probleme auftreten – einen neuen Supportfall eröffnen.

Vielleicht funktioniert nach der Umstellung alles völlig problemlos. Das hoffe ich sogar sehr.

Nur ist ein produktiver Onlineshop aus meiner Sicht ein eher ungewöhnliches Testsystem.

Das Verfahren hätte allerdings einen gewissen Charme:

12. Oktober: MySQL wird umgestellt.

13. Oktober: Shop beobachten.

14. Oktober: Keine Bestellung.

15. Oktober: Immer noch keine Bestellung.

16. Oktober: Entweder funktioniert der Shop nicht – oder die Kunden wollen einfach nichts kaufen.

Wissenschaftlich vielleicht noch etwas ausbaufähig. �

Ich würde die Kompatibilität jedenfalls lieber vorher kennen – und nicht anhand ausbleibender Bestellungen ermitteln.

Support – die Kunst des geduldigen Wartens

Und damit wären wir beim nächsten Punkt.

Ich habe über die Jahre regelmässig Geld für neue Versionen ausgegeben.

Naiv, wie ich offenbar bin, ging ich davon aus, dass zu einer kommerziellen Software auch ein funktionierender Support gehört.

Meine persönliche Erfahrung sieht leider anders aus.

Mehrere meiner Supportfälle blieben über Monate hinweg unbeantwortet.

Manche erledigten sich irgendwann auf eine ganz besondere Art: Sie wurden schlicht dadurch obsolet, dass zwischenzeitlich bereits die nächste Version auf den Markt kam.

Auch eine Möglichkeit, die Zahl offener Supportfälle langfristig zu reduzieren.

Andere Probleme konnte ich schliesslich mithilfe engagierter Anwender hier im Forum lösen.

Und inzwischen hilft mir bei manchen Problemen sogar KI weiter.

Damit hat sich bei mir inzwischen eine bemerkenswerte Arbeitsteilung entwickelt:

Forum → Anwender helfen.

KI → versucht wenigstens eine Lösung.

Supportanfrage → reift in Ruhe nach.

Vielleicht habe ich das System aber auch einfach falsch verstanden.

Möglicherweise sind offene Supportfälle gar keine Anfragen, sondern eine Art digitaler Weinkeller:

Je länger sie liegen, desto wertvoller werden sie.

Und dann kommt noch der Gesetzgeber …

Besonders interessant wird die Sache bei neuen gesetzlichen Anforderungen.

Was die EU anbelangt, bin ich als Schweizer Shopbetreiber derzeit noch etwas aussen vor.

Dies selbstverständlich nur so lange, bis uns die nächste bilaterale Überraschung erreicht … �

Gewährleistung, Widerrufsbutton und andere Vorgaben ändern sich laufend.

Natürlich kann niemand von einem Softwarehersteller verlangen, heute bereits zu wissen, was sich irgendein Gesetzgeber morgen wieder einfallen lässt.

Was man meines Erachtens aber erwarten darf, ist, dass eine aktuell angebotene Shopsoftware auf relevante Änderungen reagiert und notwendige technische Anpassungen zeitnah und vor allem vollständig und praxistauglich bereitgestellt werden.

Anders gesagt:

Ein Update sollte ein Problem lösen und nicht lediglich dafür sorgen, dass der Anwender danach ein interessanteres hat.

Wenn Anwender Lösungen teilweise selbst erstellen oder gemeinsam im Forum erarbeiten können, darf man zumindest die Frage stellen, weshalb entsprechende Funktionen nicht durch den Hersteller nachgeliefert werden.

Geht es nur noch ums Geld?

Der eine oder andere Forum-User hat sinngemäss die Frage aufgeworfen, ob es Siquando inzwischen vor allem darum gehe, mit möglichst geringem Aufwand Geld zu verdienen.

Ob das tatsächlich die Unternehmensstrategie ist, weiss ich selbstverständlich nicht und möchte ich Siquando ausdrücklich nicht unterstellen.

Ich kann lediglich meinen persönlichen Eindruck als langjähriger Kunde und heutiger ProShop-Anwender schildern.

Und da scheint zumindest eines technisch hervorragend zu funktionieren:

Neue Version → funktioniert zuverlässig – Kinderkrankheiten in Form kleinerer Bugs vorbehalten.

Neue Rechnung → funktioniert ebenfalls zuverlässig.

Neue gesetzliche Anforderungen → da wird es schon spannender.

Neue technische Anforderungen → beobachten wir einmal.

Antwort auf offene Supportfälle → offenbar noch in der Beta-Phase.

Vielleicht ist das einfach die moderne Definition von „Software as a Service“.

Nur scheint mir persönlich der „Software“-Teil leichter auffindbar zu sein als der „Service“-Teil.

Zum Glück gibt es dieses Forum

Und damit komme ich zu etwas, das ausdrücklich nicht ironisch gemeint ist.

Ich finde es ausgesprochen wertvoll, dass hier weiterhin erfahrene Anwender ihre Freizeit investieren, anderen helfen, Lösungen ausprobieren und ihr Wissen kostenlos weitergeben.

Viele meiner Probleme wurden letztlich durch dieses Forum und seine Mitglieder gelöst – und nicht durch den offiziellen Support.

Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele Anwender weiterhin hier mitlesen, sich beteiligen und ihr Wissen weitergeben.

Obwohl es in letzter Zeit manchmal schon erstaunlich ruhig geworden ist.

Dafür gäbe es natürlich verschiedene Erklärungen.

Vielleicht sind inzwischen einige Anwender bei der Konkurrenz gelandet. �

Vielleicht funktioniert Siquando mittlerweile so perfekt, dass niemand mehr Fragen hat.

Oder vielleicht warten einfach noch alle auf die Antwort auf ihre letzte Supportanfrage. �

Wer weiss – alle drei Varianten wären zumindest eine Erklärung für die ungewohnte Ruhe.

Denn manchmal beschleicht mich inzwischen der Eindruck:

Das Produkt kauft man bei Siquando –
den Support bekommt man hier im Forum.

Und zum Schluss noch ein ganz unironisches Dankeschön

Bei aller Kritik möchte ich ausdrücklich Danke an den Betreiber dieses Forums und an die Moderatoren sagen.

Es ist keineswegs selbstverständlich, über Jahre hinweg ein solches Forum zu betreiben, zu pflegen und damit eine Plattform zur Verfügung zu stellen, auf der Anwender sich gegenseitig helfen und ihr Wissen weitergeben können.

Gerade bei kommerzieller Software kennt man solche Anwenderforen häufig als Bestandteil des Angebots des jeweiligen Herstellers.

Umso bemerkenswerter finde ich es, wenn eine solche Plattform unabhängig betrieben und die damit verbundene Arbeit und Zeit von anderen aufgebracht wird.

Dafür an dieser Stelle einmal ein ganz unironisches Dankeschön.

Und vielleicht ist das am Ende sogar die schönste Ironie dieser ganzen Geschichte:

Während wir über den Support diskutieren, wird ein wesentlicher Teil davon hier von Menschen geleistet, die dafür gar nicht zuständig wären.

Nur mein persönlicher Eindruck als langjähriger Siquando-Kunde und heutiger ProShop-Anwender.


viele Grüsse René

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